Petersburger Dialog oder – почти друзья

In diesem Jahr wurde der Petersburger Dialog zum ersten Mal für die „Jugend“ geöffnet, mit je zehn Teilnehmern aus Deutschland und Russland. Dieses Format hatte mich schon lange fasziniert und so stand es außer Frage, dass ich diese außergewöhnliche Chance wahrnehmen musste. Den Erfolg dieser Premiere hat nicht nur das echte Interesse der jungen Teilnehmer bestätigt, sondern auch die Reaktionen der anderen Teilnehmer. Offen und interessiert waren die „alten Hasen“ immer zu einem Gespräch bereit, ihnen zuzuhören hat viel Spass gemacht; und ich habe einiges gelernt.

Dazu kommt, dass in der aktuellen politischen Situation der Austausch mit der Jugend für die Entscheidungsträger aus Staat und Wirtschaft besonders wichtig ist – bei vielen Anwesenden schien noch ein sehr „klassisches“ Verständnis der internationalen Beziehungen vorzuherrschen, in der die Zivilgesellschaft kaum existiert oder zumindest eine untergeordnete Rolle spielt. Dabei waren in Moskau und St Petersburg gerade die 20-35jährigen seit den Dezember 2011 zahlreich zu den Demonstrationen erschienen. Auch deshalb ist die Einbindung der Jugend in den PD wichtig.

Ich durfte in der Arbeitsgruppe Wirtschaft, unter Leitung des Vorsitzenden des deutschen Ostausschusses und Walerij Golubjew von Gazprom, sitzen. Dort sollte das Hauptthema Innovation sein. Natürlich hhabe ich ,ir einen Kanarienvogel gefreut, bei den grossen und wichtigen einmal Mäuschen sein zu dürfen, zu hören, wie die denn unter sich so diskutieren. Das muss doch wichtig sein, schliesslich belief sich das russisch-deutsche Aussenhandelsvolumen 2011 auf fast 52 Mrd Euro. Aber der Petersburger Dialog ist kein Wirtschaftsforum und die Arbeitsgruppe Wirtschaft eigentlich nur ein erzwungenes Treffen derer, die sich eh schon kennen. Nicht unbedingt nötig, und noch weniger sinnvoll wenn andernorts gleichzeitig wichtige Wirtschaftsversanstaltungen stattfinden.
So war ich also von der eigetnlichen Arbeitsgruppe doch eher ein wenig entäuscht.Ein Vertreter des Fraunhofer-Institutes war geladen, der sich für einen Rahmenvertrag zur Forschungskooperation einsetzt. Er war der einzige mit konkreten Forderungen; es war spannend seinen Ideen zu folgen. Natalia Komarova, die Gouverneurin des rohstoffreichen Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen referierte über die Möglichkeiten, die der WTO-Beitritt Russlands den Regionen bietet. Auch der ehemalige Energieminister Sergey Shmatko beehrte unsere Arbeitsgruppe mit einem Besuch und stellte seine Ideen zur Intensivierung von deutsch-russischen Projektkooperationen vor. Insgesamt wurde dennoch am meisten über Gas gesprochen, Gas im Rohstoffforum, Gas als Kraftfahrzeugtreibstoff und neuen Zusammenarbeitspläne im Bereich der Förderung. So bekam ich ein bereits bekanntes Problem der russischen Wirtschaftspolitik direkt zu spüren: Man wünscht sich Modernisierung, aber die zentrifugale Kraft des Gas- und Ölsektors ist einfach zu stark. Zumal hier auch besonders hohe Renditen liegen, die für die deutschen Unternehmen besonders verführerisch sind. Heiße Eisen wie der Rosneft-TNK-BP-Deal oder die inzwischen auf Staatsebene angekommene Kritik an Gazprom wurden jedoch nicht aufgegriffen, und auch die Visafrage kam nur am Rande vor. Dass diese Frage für die Teilnehmer und vor allem den Ostausschuss trotzdem immer noch nicht gelöst ist, konnte man am Freitag im Kreml sehen. Gleich mehrere Fragen aus dem Publikum befassten sich mit diesem Thema, das für die Wirtschaft genauso von Bedeutung ist wie für die Verstärkung des Jugendaustausches.

Wie bei den meisten Konferenzen war auch beim Petersburger Dialog das wichtigste Forum nicht die Konferenzsäle, sondern das Drumherum. Auf dem Flur und beim Büffet kamen immer wieder die Teilnehmer immer wieder zum Gespräch zusammen. Visitenkarten wurden getauscht, Neuigkeiten diskutiert, Journalisten sammelten Eindrücke, während einzelne vertieft im zum vertraulichen Gespräch. Munter flogen deutsche und russische Gesprächsfetzen hin und her, manchmal hörte man auch Englisch. Insgesamt war es bemerkenswert zu erkennen, dass hier eine bereits vertraute Gruppe zusammenkommt. Man kennt sich, man kennt seine Meinungen, man scheint sogar zu wissen, mit wem man nicht sprechen muss. Im Vorfeld der diesjährigen Veranstaltung  war zu Spannungen zwischen Deutschland und Russland gekommen; die Medien hatten sogar über die Aussetzung des Dialogforums spekuliert. Auch deshalb war die 3. Podiumsdiskussion, wohlmeinend „Einander Zuhören“ betitelt, am Donnerstagnachmittag mit Spannung erwartet worden. Die deutsche Seite, deren offene Kritik im Vorfeld viel Unmut im Russischen Außenministerium ausgelöst hatte, zeigte sich überraschend versöhnlich und lud die russischen Freunde wiederholt zum „offenen Zusammenleben im gemeinsamen Haus Europa“ ein. Mich hat das nur insofern gewundert, als dass die Russen zwischendurch einmal anmerkten, dass ie vielleicht gar nicht zu Europe gehören wollen würden – was die Deutschen wiederum aber nicht zu interessieren schien. Die Vertreter des russischen Establishments, unterstützt von Freunden aus den Medien, erklärten  noch einmal klarumrissen ihre Verärgerung über die westlichen Doppelstandards und die sogenannte Einmischung des deutschen Bundestages in die russische Innenpolitik. Eine besondere Bombe war der Vortrag des Vorsitzenden des Duma-Komittees für Auswärtige Angelegenheiten Pushkov, der seinen Namen anscheinend nicht umsonst trägt. Noch vor einer Begrüssung kündigte er an, sofort nach seiner Rede „leider“ wieder gehen zu müssen. Dann ballerte er alles heraus, schön durcheinander wie eine Splitterbombe, vom 3 Energiepaket bis zur russischen Kritik an den undemokratischen US-amerikanischen Wahlen. Auch das ist einer der Gründe, weshalb Plattformen wie der PD wichtig sind: Alle Kritik und gegenseitigen Probleme können offen ausgesprochen werden, damit danach ordentliche, praktische Zusammenarbeit stattfinden kann. Offen und ohne Angst vor harschen Worten, aber auch mit einem Quäntchen Witz, sind Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Putin am Freitag miteinander umgegangen. Diesem Austausch in den prächtigen goldgeschmückten Räumlichkeiten des Alten Kremlpalastes beiwohnen zu dürfen, war eine unvergessliche Erfahrung. Viele schwierige Punkte – darunter der umstrittene Pussy-Riot Prozess oder auch die Definition der deutschen außenpolitischen Linie im Verband mit den EU-Partnern – sind angesprochen worden und haben Unterschiede in den Positionen Russlands und Deutschlands aufgezeigt. Dennoch gibt es keinen Grund, sich dem Urteil der Bild-Zeitung, die „Gift-Gipfel“ titelte, anzuschließen. Im Gegenteil. Den Vergleichsurteilen anderer Teilnehmer zu Folge ist dieser PD offener und interaktiver ausgefallen als vorangegangene. Ich weiß nicht, ob das teilweise auch an uns, den jungen Teilnehmern, liegt, aber ich hoffe, dass dies so bleibt und wir dazu beitragen können.

Image

Advertisements

Что делать/WHAT TO DO ? Стыд – or : Harsh words from a Russia lover

This post in English because I wanted it to be accessible to as many people as possible (hello Secret Services, please let me keep my visa!) – please excuse my bad writing and wording.

 Those who know me, know that I am rather a “fan” of Russia, and also a defender of Putin being here (having been in power, and even coming back) – since the country needed stability and now it would need time and respect to develop into a more democratic society. But today is bringing the confirmation of sad news for me, sad news that so far I had been denying despite the fact that ever since my return to Russia they kept them coming (arrests, withdrawal of reforms, postponement of liberalization, disrespectful statements by officials etc.) . You also might know that, despite not really practicing at the moment, I am a religious person, and I do respect true believers  (I feel like quoting Sirowa, help!)

 The Pussy Riot trial has gotten quite a bit attention in the media (more than the Khodorkovsky and Magnitsly cases apparently, according to Human Rights Watch), so much that some say it’s overdone…

But, even though there are many issues to be discussed here (feminism, religion as such, justice as such, Verhältnismässigkeit) for me it’s not so much about the Pussies themselves (which however definitively do not deserve a 3-years prison sentence but freedom!), but about a country with all civic and economic possibilities to become a modern, viable and even enviable State proving that it prefers to go back in time. About lost opportunities, dismissing all claims of modernity and progress. About a disrespectful and egoistic, self-centered and blinded elite, with no interest in its people and its State. About greed and power, about allowing and even cultivating an insane and harmfully close alliance between State and Church. About absurdisms and lies, about twisting the truth and misusing jurisdiction, about mocking an entire legal system and civil rights.

Russia is losing itself, is losing its future before it really started off. Worse, Russia is losing its credibility – thanks to the mediatization of the Pussy Riot trial on the international scene, but also among its own people. My Russian friends feel shame. Economic reforms are delayed, withdrawn or abandoned while the state of law is ridiculously non-applied and tangled up, while people are arrested on the streets manifesting their disenchantment with the authorities which openly display their own disgust of the population. Putin takes the best of all systems: Soviet show trials and Tsarist closeness to Orthodox mystics (Cyril=Rasputin? Replace women by money, watches and cars…), populist rhetoric and personal cult. If something moves, it moves only backwards.

Luckily we have a couple of open, modern, interested, curious, intelligent and motivated wanna-do Russians who open new businesses, bring in good music, do great cultural work, write intelligent articles, run nice neighborhoods cafés and contribute to make this a nicer, more open, tolerant and intelligent place. I am proud of them and wish them strength and courage!

 

So what should be done? Because we cannot change anything now, but we have to. This will need time, time and respect. As foreigners, it is not our place to claim Russia does everything wrong while we are so democratic (so not true, unfortunately). But still, we can express our sadness and our deception. The “West” should honestly reconsider not giving visa to official involved in those verdicts and in corruption affairs – that is the one most powerful tool we have to make people step back from support to the system ; should not remain silent about the scary path Russia is taking – naturally without breaking up diplomatic relations; everyone of us should speak to our Russian friends or Russians we meet about this so they become even more aware of the problem; businesspeople should take about this in their meetings – when Russia will go down completely (politically and economically), there will be even less business to do.

 

I am still a fan of Russia. That’s exactly why I am so angry and so sad. I want this country to be better! Because I know they can! And many of them now also want! … I was thinking of going to the club tonight with a “Free Pussy Riot”-Shirt or something (I could also write it on my back, like Madonna). But what if I lose my visa? That is a real risk, something which I need to consider – so much for freedom…

Männer vs. Frauen – oder Männer und Frauen

Manchmal denke ich „puh“! Das zivilisierte Äquivalent von „aboh“, Ausdruck des ungläubigen Erstaunens ob einer erlebten oder gehörten Krassigkeit, den manche vielleicht noch aus Collège-Zeiten kennen.
Hier in Russland passiert das ein bisschen öfter, und vor allem öfter mal ob der Rolle des Mannes bzw. seines eigenen Selbstverständnisses – und indirekt auch der Rolle der Frau – in dieser Gesellschaft.

Heute war es wiedermal soweit:

Bei der obligatorischen Schrittrunde über das Gelände des Moskauer Hippodroms nach meiner Reitstunde kommt mir ein schwarzer Mercedes entgegen. „Wie nett und respektvoll“, denke ich erstaunt, „endlich mal einer der nicht in Tempo Eintausend an den Pferden vorbeirauscht“. Mit meiner kleinen Hand gebe ich ein dankendes Zeichen. Während der Wagen im Schritttempo an mir vorbeirollt, starrt mich durch das heruntergelassene Fenster (klar, runtergelassen, sonst könnte ich ihn durch die allseits getönten Scheiben ja nicht erkennen), der junge Fahrer an, seine golden umrandete  auch lässig heruntergezogen. (Die farbliche Übereinstimmung seines Brillenrandes mit den Felgen ist sicher ein Zufall!). Starrt mich an, als wolle er mich festnageln oder schlimmeres. Schnell wende ich den Blick ab. Wobei  die Männer kaukasischer Abstammung durchaus nicht unansehnlich sind (vor allem, wenn man auf dunkelhaarige steht ;), aber darum geht es nicht.) Plötzlich, vielleicht aus gekränktem Stolz oder vielleicht auch einfach nur aus allgemeiner Coolness heraus, der Kofferraum ungefähr auf der Höhe der Kruppe meines Pferdes, lässt der Fahrer den Motor aufheulen und braust, mehrfach beschleunigend, davon. So viel zum Thema Respekt vor den, bekanntlich schreckhaften, Pferden. Ich kann das nicht cool finden…

Und da landen wir bei einem Grundthema, das mir sehr am Herzen liegt: RESPEKT (manchmal auch R.E.S.P.E.C.T.), Schlag- und Reizwort aber in der Tat eine Schlüsselfrage wenn es um’s Zusammenleben geht. Und zwar auf allen Ebenen.

Vorhin schrieb ich „besonders hier“ – Aber halt, was sage ich? Pünktlich wie die Faust auf’s Auge kommt passend zum Thema aber um einiges direkter ein Beitrag aus „der Hauptstadt Europas“, namentlich Brüssel. Die junge Filmstudentin Sofie Peeters filmt mit versteckter Kamera wie sie tagtäglich verbal belästigt wird. Außerdem führt sie Interviews mit anderen jungen Frauen, allesamt ebenso betroffen. In Brüssel, sowie auch in Paris, habe ich ebenfalls schon einige Zeit verbracht und kann die Erlebnisse der jungen Regisseurin leider nur bestätigen. Jetzt frage ich mich, erst einmal wie Sofie Peeters, ob das meine Schuld ist: Ist mein Rock zu kurz? Die Schuhe zu hoch? Der Ausschnitt zu tief? Die Lippen zu rot? Die Jeans zu eng? Die Haare zu offen? Das Lachen zu laut? Bekanntlich ist ja die Frau selber schuld, wenn sie vergewaltigt wird…

Doch in meinen hässlichsten Turnschuhen und Oma-Klamotten, mit angeklatschten Haaren, ohne Schminke bekomme ich genauso dumme Sprüche wie abends mit Glitzeraugen, in High-Heels und Rüschenkleidchen anerkennende Pfiffe. Das reichte mir als Beweis für meine Unschuld.

Ich bin alles andere als eine Feministin, ich will nur mein Ding machen. Deshalb entwickelt sich bei mir eine vielleicht „verquere“ Lesart. Wenn ich mich umziehe, anziehe, nicht schminke, nicht die Metro benutze, räume ich freiwillig den Platz, der mir zusteht. Natürlich sind solche Kommentare unangenehm. Wenn die denken, ich sei eine Schlampe, na bitte, schön für sie – ich weiß, wer ich bin und was ich wert bin. Garantiert mehr als die denken. Frech gekontert ist halb gewonnen, die wollen sich doch auch nur amüsieren. Und zu lobenden Kommentaren kann frau ruhig mal lächeln. Macht euch flirten keinen Spaß? Es geht um Selbstbewusstsein. Wer schweigt, bleibt Opfer.

Deshalb ist Sofie Peeters Film mutig und richtig. Nur stigmatisieren sollte er nicht. (Falls übrigens jemand weiß, wo der ganze Film zu finden ist, bitte Bescheid sagen! Ich würde ich gerne in voller Länge sehen und nicht stückweise auf you tube zusammenklauben müssen). Frauen sind zu sehr in der Defensive. Warum können wir solche Sprüche (je nach Art) nicht einfach als Kompliment lesen, oder im schlimmeren Falle, als Unfähigkeit der Männer, ihre tierischen und idiotischen Instinkte zu beherrschen? Wieso sollten wir daran schuld sein?

Gleichzeitig weiß ich: Ich bin ein Mädchen, im Zweifelsfall bin ich die schwächere. Deshalb passe ich natürlich schon ein bisschen auf, genauso wie man eben seine Haustür nicht offen stehen lässt. Man muss wissen wo die Grenze liegt, immer, und in diesem Fall zwischen dummen Sprüchen und Gefahr im Verzug.

Noch ein kurzer Zusatz aus dem allgemeinen Alltag hier vor Ort:

Oft fragen mich die Leute auch, ob es nicht schwierig sei, als Frau allein in Russland: Die Männer so russisch – sprich vorurteiligerweise grob und besoffen, und die Frauen auch – sprich langbeinig, immer perfekt gestylt, und gnadenlos.

Dazu kann ich eins sagen, und muss vorher einiges richtig stellen: Erstens sind russische Männer sind nicht grob und respektlos im Allgemeinen – im Gegenteil gilt die Frau als etwas Besonderes und Wertvolles. Das kann sich anders ausdrücken, als es sich die emanzipierte Westlerin wünscht (z. B. in Geschenken statt in finanzieller Unabhängigkeit), aber generell ist es spürbar. Auch in dem man mehr Kommentare bekommt, mehr angesprochen wird – nicht immer unnett, im Gegenteil. Zweitens gucke ich auch lieber hübsche Frauen in noch hübscheren Kleidern an, als dicke Wummern mit Pickeln und KIK-Couture… Und für einen (wirtschafts)liberalen Menschen ist Konkurrenz ja sowieso positiv und stimulierend.

Deshalb ist es für mich, als Frau in Moskau, eigentlich eher toll.

Reflections about the non-necessity of revolution in Russia (1)

I have to admit that I was scared. Not because I was in a dangerous situation. But because nobody knew what was going to happen, if something was going to happen. I was on Pushkinskaya Ploshad’, in Moscow’s city centre, in a peaceful demonstration, with thousands of others, with white anti-Putin ribbons or flowers, and also many many security forces, water canons and police buses everywhere. Although there was no present tension, there was a hint of fear of coming clashes. Fear is due to a lack of trust; fear is a common tool for the siloviki, they have never learnt guiding people otherwise than by the use of force and scaring them into order.

Within people, a lack of trust can arise from deception. Within a state, a lack of trust can arise from a lack of institutional and juridical security and broader arbitrary from the authorities. Both fear and arbitrary are stark characteristics of a dictatorship, and unfortunately both are present in Russia today. Curiously enough, in Russia today, lacking trust is mutual but fear has changed sides: Putin is afraid of ‘orange’ revolutions, he despises them as treason and hence does not trust his people anymore.  Since the cynical candidacy declaration and treasonous Russia’s people (at least many of them in the main cities, where even official number’s reveal Putin losing) do not trust their government, and more precisely Putin, their ‘saviour’ and warrant of stability, any longer. However, by now, they have stopped being scared. They dare to take the initiative. “We are not scared, the power is within the people, we are the power” is only one of the many slogans being chanted among the peaceful protestors today – and probably tomorrow and further. The people found their voice, discovered their political consciousness and the possibility to act and impact. A stark sign of democracy. What about their new president? Will Putin understand, discover his political consciousness and develop a capacity to react and adapt?

Russia cannot change in a day, and it shouldn’t. Overthrowing the power in place would be as dangerous for the country as brutally cracking down on the emerging power of the people. Both sides have to overcome the fear and find a way for dialogue that will rebuild trust. Interestingly enough, the same conclusion is true in international relations. “The West” should not to indulge in exaggerated appraisals, but the relationship needs to recover until a state of guaranteed even if minimal mutual trust.

Putin needs to be granted a chance now, and he needs to take it – it will be his last.

Das Ende der Diplomatie (1)

WikiLeaks hat es eingeläutet und ichbin mittendrin. Ich und ein paar andere Sciences Po Atzen, die die gesamte erste Januarwoche nicht schlafen und nicht essen konnten vor lauter Aufregung.

Schnee, Geheimniskrämerei, die olle Post, wer weiss was nicht noch alles als Entschuldigung herhalten musste, um uns zu erklären, weshalb die ersehnten, entscheidenden Briefe nicht eintrafen.

Entscheid-ENDE-Briefe sollten es dann schliesslich sein, denn nichts lässt ewig auf sich warten – Auch der Messias wird einmal kommen, die Frage ist nur, ob er es vor dem Weltuntergang 2012 schafft.

Als lang ersehnte Antwort dann also eintrifft, erweisen sich alle angenommen Ahnungen, alle Aufwartungen und alle Andachten als allerdings albern: Aus ist mit Auswärtigem Amt.

Schade ist es, ja, und wir sind traurig, natürlich. Besser ist es jedoch nicht weiter darüber zu reden denn ein zweites Mal gibt es nicht, per Gesetz.

… So lieba Leser, dit wah der fakktuuelle Teil, wa. So Gtt will gibt es bald einen zweiten, denn nämlich was das Ganze für Auswirkungen auf Seele und Person hat.

Relaunch

Paris geht also in die zweite Runde. Weiter, aber anders:

Neue Tätigkeit: Praktikum statt Studium, Firma statt Uni.

Neue Wohnung: Vavin statt Oberkampf. Alleine statt Auffanglager.

Ich freue mich… Auch wenn mich die volle Dröhnung Westeuropa langsam betäubt. 4 Tage war ich in Moskau, sonst seit Monaten nicht weiter östlich als in Berlin. Eigentlich möchte ich mal wieder was anderes sehen, aber jetzt muss erstmal ernsthaft gearbeitet werden. Ich freue mich.