Das Ende der Diplomatie (1)
WikiLeaks hat es eingeläutet und ichbin mittendrin. Ich und ein paar andere Sciences Po Atzen, die die gesamte erste Januarwoche nicht schlafen und nicht essen konnten vor lauter Aufregung.
Schnee, Geheimniskrämerei, die olle Post, wer weiss was nicht noch alles als Entschuldigung herhalten musste, um uns zu erklären, weshalb die ersehnten, entscheidenden Briefe nicht eintrafen.
Entscheid-ENDE-Briefe sollten es dann schliesslich sein, denn nichts lässt ewig auf sich warten – Auch der Messias wird einmal kommen, die Frage ist nur, ob er es vor dem Weltuntergang 2012 schafft.
Als lang ersehnte Antwort dann also eintrifft, erweisen sich alle angenommen Ahnungen, alle Aufwartungen und alle Andachten als allerdings albern: Aus ist mit Auswärtigem Amt.
Schade ist es, ja, und wir sind traurig, natürlich. Besser ist es jedoch nicht weiter darüber zu reden denn ein zweites Mal gibt es nicht, per Gesetz.
… So lieba Leser, dit wah der fakktuuelle Teil, wa. So Gtt will gibt es bald einen zweiten, denn nämlich was das Ganze für Auswirkungen auf Seele und Person hat.
Relaunch
Paris geht also in die zweite Runde. Weiter, aber anders:
Neue Tätigkeit: Praktikum statt Studium, Firma statt Uni.
Neue Wohnung: Vavin statt Oberkampf. Alleine statt Auffanglager.
Ich freue mich… Auch wenn mich die volle Dröhnung Westeuropa langsam betäubt. 4 Tage war ich in Moskau, sonst seit Monaten nicht weiter östlich als in Berlin. Eigentlich möchte ich mal wieder was anderes sehen, aber jetzt muss erstmal ernsthaft gearbeitet werden. Ich freue mich.
PARIS – Progrès au ralenti incertain suffisant?
Swithcing cities makes you asking yourself who you want to be. But it doesn’t necessarily help you answer.
NOVEMBER – Neues oder viel, eventuell mehr bringt Revision
…oder wie auch immer. Herbst ist die Zeit zum Nachdenken, und auch die, um den Kopf klar zu kriegen.
Ich weiß, ich bin euch ein Update schuldig. Ehrlich gesagt bin ich aber noch nicht bereit, diesen Schein einzulösen. So ist das nun mal, seid froh, dass es keine 1000€ sind.
Berliner Herbst ist der Schönste.
Keine Diskussion, nicht mal Kommentare. Klirrender Nebel und weiches Grau, orangene Kastanienblätter, eisblauer Himmel, Wildschweingeruch und ein schneller Fuchs über die Straße.
Ich kam nach Berlin for the wall, but now I’m here for the Fall, without wall. I do not care. Ja, als Politikstudent sollte ich mich da vielleicht anders positionieren… Aber eigentlich nicht. Erstens habe ich das nicht nötig, denn das ist meine Stadt. Die ganze: Von Süd-Süd-Süd, Ziggy-Diggy und Gangsta-Grunewald, bis nach Norden, Hermsdorf, Wilhelmsruh, Lübars (you friends, you know who I am talking about
), von West, Ku’damm-Style und Havelsegeln, nach Ost, FEZ Wuhlheide, Erkner, Müggelsee und so weiter. Hier bewege ich mich ohne Vorbehalte fort und dorthin, wo ich muss und will. Das ist ein unsäglicher Luxus, und das weiß ich. Ich brauche keine gehypten Veranstaltungen, um mich über die deutsche Einheit zu freuen. (Wobei es schon tolle Ideen zum „Festtag“ gibt, was anderes will ich nicht gesagt haben!) Ich habe meine Vorzeige-Ossi-Freund, Martin (aber nicht nur!) und andere Bekannte, die ihre Füße nur in die schicken neuen Hipster-Bezirke (ihr wisst schon) im ehemaligen Osten setzen. Ich liebe DEFA-Filme und komm mir vom Westsandmann immer verarscht vor, obwohl ich aus dem „tiefsten amerikanischen Sektor“ aufgewachsen bin. Bananen mag ich nicht, aber Crest.
Die deutsche Einheit habe ich heute jedenfalls auf meine ganz eigene Weise gefeiert. Rausfahren ins Umland: in den Osten, egal in welche Himmelsrichtung. Vorbei am Grenzübergang Dreililien, der entgegen der Realität diesen romantischen Namen trägt und geisterhaft die Vergangenheit anmahnt. Dort die Uhr irgendwann mal auf 17 vor 9 stehen geblieben ist, meiner Lieblingszeit. Über Brandenburgische Alleen, durch Kiefernwälder auf märkischem Sandboden. Wunderschön. Danke, Helmut. Dörfer, Äpfel, Felder – Idylle. Nur blühen tut es gerade nicht. Vielleicht in 20 Jahren?
Facebook und alle – Nee, ich und facebook
Liebe Tagesschau, lieber Marco Ammer.
Wenn du dich im Internet verewigst, gehst du da mal von gar nichts aus – Internet, noch eine freie Spielwiese für alle: Normale, Perverse, Gelangweilte, Einsame, Beknackte und Versackte. Das heißt: Ja, Charlotte, dein hübsches Malle-Pic, kann Wichsvorlage werden, ja, unsere Bat-Mitzvah-Photos können als exemplarische Beispiele für die jüdisch-kapitalistische (Man passt sich ja an!) Weltverschwörung hergereicht werden, und mein Schwarm kann mich googeln und sehen, dass meine Exe alle viel geiler aussahen als er, was ihn todtraurig macht, von mir abbringt und in den Selbstmord treibt. Auch mein Arbeitgeben kann mich googeln, und zu dem Schluss kommen, dass ich zu viel Party mache, als dass er mich als seriösen Mitarbeiter einstellen könnte, oder mein Prof, der dasselbe sieht oder, dass ich in manchen politisch-ökonomischen Fragen ihm diametral entgegengesetzte Ansichten hege, also keine gute Note verdienen kann. Oder auch nicht. Verantwortung und Bewusstsein über unsere Taten, Leute. Darüber, wieviel wir uns uns preisgeben wollen und was. Es liegt an uns Ihr könnt es auch bei e.mail belassen und photos auf CD brennen und verteilen. Oder auch nicht – no risk no fun.
Pause – Persönliche Auseinandernahme und schöne Erlebnisse?
Jakobine denkt jetzt erst mal nach, bevor sie schreibt. Kann also ne Weile dauern.
Für die Pause, was zum Knabbern:
Moskau war sehr, sehr geil, aber es hat mich ziemlich mitgenommen auch. Rauszukommen, jetzt mal, war wohl nicht falsch, obwohl ich es bereits vermisse. Leider hat es nicht gereicht für ein A in der Magisterskaya Rabota. Nu vot
Selber schuld.
Seit letzter Woche mache ich mein Praktikum bei der deutschen Botschaft in Kiew. Nice.
Im September (11., um genau zu sein) geht es in Paris in die Endrunde.
Ich weiß zwar nicht, wer ich bin – aber ich weiss, wer ihr seid, und auf jeden Fall der Liebe wert.
XX
ist auf Kurztrip in Europa
, nämlich demnächst – nach Leipzig und Berlin, letzeres welcheres ich morgen verlassen werde, in :
Paris 27.-30. Januar 2009
30/31. Januar für eine Nacht in Nancy
1.-7. Februar in Val Cenis zum Ski fahren, yeppa!
7./8. Februar in Paris
und am 9. Februar dann zurück in Mосква zum SEMESTERBEGINN.
Sodele, ihr Laben, jetzt wisst ihr Bescheid.
M.ega O.ber. S.chüsche K.rasse A.ußergewöhnliche U.rbs
Wie man mit Blick auf diesen Blog feststellt, hat mich das erste Semester anscheinend soviel Anstrengung und Zeit gekostet, dass keinerlei Möglichkeit blieb um euch via dieses Blogs auch nur die kleinste Kleinigkeit mitzuteilen.
Dabei gab es viel und verschiedenstes auseinanderzusetzen. Aber das habe ich lieber mit meinen Freundinnen hier ausdiskutiert, muss ich gestehen. Sie waren eine recht interessante Mischung, weil, wie so oft im „Exil“ zusammengewürfelt und mit alle mit einem, mehr oder minder großen, Sprung in der Schüssel. Vom kosmopolitischen Diplomatenkind, magersüchtigen Modepüppchen (nein, nicht ich – keine Angst), Waisenkind des altrussischen Adels, stets besoffenen Industriellensohn, partywütigen Bauernmädchen, das die Grossstadt entdecken muss bis zum schüchternen Landei aus der Bretagne war alles dabei. Dazwischen natürlich die ganzen Russen, wo das Spektrum eigentlich ziemlich ähnlich breit ist. Und soll ich euch mal was sagen? Eigentlich sind (fast) alle nett! Hier übrigens mal ein Link zu einem deutschen Artikel pber meine Uni. Ich warte ersmal auf eure Kommentare bevor ich dazu meine Meinung abgebe. Die, „die wir in Russland leben“ haben zu der Presseberichterstattung über Russland in der Regel ein ziemlich dezidierte Meinung.
http://www.manager-magazin.de/koepfe/karriere/0,2828,568625,00.html
Wo ich wohne
ist es schön.
Und das ist meine Adresse:
Die Nähen der Weiten der Welten des Internets
Ich erfahre hier erstaunliches, was mich so besonders wegen meiner Obrigkeitshörigkeit (aber nur Intellektuellen gegenüber, Polizisten und Eltern zählen nicht dazu) und Eliten-Bewunderung erstaunt.
So weit und groß das Internet ist, so nah und direkt ermöglicht es den Kontakt. Hier bei der Politikfabrik besteht viel meiner Arbeit im E-mail-Schreiben, um Kontakte in der Ukraine zu sammeln, zu pflegen und zu erweitern.
Auf einmal schrieb ich dafür in die Ukraine und auch nach Amerika, mit Studenten und Professoren, Schriftstellern, Photographen und Regisseuren. Alles Menschen, mit denen ich sonst niemals in Kontakt treten würde, denn ich respektier eund bewahre ja solche Abstände mit größter Ehrfurcht Meine Kollegin Theresa hat einen Mail-Austausch mit dem Personal Manager von Schevchenko bei Chelsea und spricht ihn mit Vornamen an.
Ich bin erstaunt: Noch eine neue Veränderung unserer Gesellschaft, die das Internet mit sich bringt. Eine bisher von mir unbeachtete Dimension. Was wird das bedeuten für die Entwicklung von sozialen Hierarchien in der Zukunft?
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